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Die Jägersprache.

Sie ist eine alte Tradition. Sagen die Jäger.
Tatsächlich ist sie eine Volksverdummung. Gezielt wird für den uninformierte Zuhörer die Brutalität des Jagdaltages in nette Worte verpackt. Gewalt wird verherrlicht, regelrecht verniedlicht und die grenzenlose Missachtung vor der Kreatur dahinter versteckt.

"Was würden Sie sagen, wenn wir im aktuellen Jugendstil berichten würden?", fragt uns Sven Helmes vom Paul Parey Zeitschriftenverlag, Verlag der Jägerzeitung >Wild und Hund< in einem Mailwechsel. "Da trat eine fette Ricke raus. Die habe ich dann krass umgepustet. Total geil, echt der Hammer!" [...]
Die Jägerin Stephanie R. erklärt uns in einer E-Mail: "Ein hervorstechendes Merkmal der Jägersprache ist doch der Euphemismus. Es wird etwas ein wenig „netter“ ausgedrückt: nicht erschossen, sondern erlegt."

Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Begriffe der Jägersprache in die Deutsche Sprache übersetzt. Können Sie einen Begriff nicht finden, freuen wir uns auf Ihre E-Mail.

Abbalgen Das Abhäuten eines getöteten Tieres.
Abnicken Töten eines Tieres mit dem Messer durch Lungen- oder Genickstich. Dazu wird das Messer in die Lunge gestochen und die Klinge um 90° gedreht, damit Luft durch den Stich eindringt und die Lunge zusammenfällt. Das Tier erstickt dann. Beim Genickstich versucht der Jäger mit dem Messer das Rückenmark zu durchtrennen.
Beide Tötungsarten sind durch das Tierschutzgesetz in Deutschland ohne vorherige Betäubung verboten (ähnlich dem Schächten.) Die Jäger haben hier, wie in vielen Dingen, unverständlicherweise eine Ausnahmeregelung.
Abwürgen Töten eines (angeschossenen) Tieres durch den Jagdhund.
Nach dem Tierschutzgesetz ist es in Deutschland verboten, ein Tier auf ein anderes zu hetzen (bspl. Hahnenkämpfe). Die Jäger haben hier, wie in vielen Dingen, unverständlicherweise eine Ausnahmeregelung.
Anschuss Der Ort, an dem das Tier angeschossen wurde, dann aber (verletzt) fliehen konnte.
Aufbrechen Das Aufschneiden und Ausnehmen eines getöteten Tieres.
Aus der Decke schlagen Das Abhäuten eines getöteten Tieres.
   
Balg Das Fell eines beutegreifenden Tieres, wie Fuchs, Dachs, Marder.
Blatt (das) Schulterblatt eines Tieres.
Blattschuss Schuss hinter oder durch das Schulterblatt ins Herz.
   
Decke Das Fell eines Tieres, wie Reh, Hirsch.
DJV "Deutscher Jagdschutz Verband".
Jagdschutz bedeutet: Wildtiere, die der Jäger töten möchte, vor dem Zugriff anderer beutegreifender Tiere wie Füchse, Dachse, Marder (Jägersprache: Raubwild) und Hunde und Katzen (Jägersprache: Raubzeug) durch die Tötung dieser zu schützen.
Druckfehler Vorschneller Schuss, wenn der Jäger es wieder nicht erwarten konnte.
   
Entenglück Bezeichnung für Schrotmunition bei der Jagd auf Wasservögel.
Erlegen Das Töten eines Tieres. Den Begriff Töten allerdings kennt die Jägersprache nicht
Ernten Körperteile, Fell oder Fleisch eines getöteten Tieres werden "geerntet".
   
Fallwild Natürlich gestorbene oder im Straßenverkehr getötete Tiere.
Fast-Food-Jagd Allgemeine Bezeichnung für das Jagen aus Lust und Laune.
Fehlabschuss Ein Tier wurde unter falschen Voraussetzungen getötet. Z.B. hielt der Jäger es aufgrund von Abnormitäten nicht für lebensberechtigt. Doch dann stellt sich heraus, dem war gar nicht so.
Fehlfang Nennt der Jäger so, wenn nicht das Tier in der Falle ist, das er fangen wollte.
Fliegen lassen Schießen
Flugratten
Ringeltauben
Fuchswoche
Aufruf zur Massentötung von Füchsen innerhalb einer festgelegten Woche.
   
Gatterjagd Jagd in umzäunten Gelände, damit die Tiere nicht fliehen können.
Gestreckt Getötet.
Grünes Abitur
Völlig falsche Bezeichnung der Jäger für die bestandene Jägerprüfung. In der Realität jedoch hat diese nicht einmal ansatzweise etwas mit einem Abitur zu tun. Der Begriff ist eine reine Jägererfindung und zeigt deutlich die hoffnungslose Selbstüberschätzung.
   
Härtenachweis
Eine Bescheinigung über die Eignung des Jagdhundes, andere Tiere tot zu würgen. Beim Härtenachweis gibt es verschiedene Klassen - vom Totwürgen von Beutegreifern wie Füchsen oder Dachse, bis zum Totwürgen von Katzen.
Siehe auch -> Jagdgebrauchshund
   
Jagdbordell
Kleingehege, in dem der Jäger gegen Bezahlung töten darf.
Jagdkönig
Der Jäger, der am Ende einer Jagd die meisten Tiere getötet hat.
Jagdschutz Wildtiere, die der Jäger töten möchte, vor dem Zugriff anderer beutegreifender Tiere wie Füchse, Dachse, Marder (Jägersprache: Raubwild) und Hunde und Katzen (Jägersprache: Raubzeug) durch die Tötung dieser zu schützen.
   
Kirrung
Offiziell: Ablenkungs- oder Anlockfutterstelle, um Wildtiere bspl. von Maisfeldern wegzulocken oder zum Töten anzulocken.
In der Realität: Legalisierte illegale Wildfütterung, da das reguläre Füttern von Wildtieren in Deutschland verboten ist.
Klötze Hoden des Wildschweinkeilers
Krank
Vom Jäger angeschossenes Tier.
Künstlicher Mond
Eine Lampe, um das Wild zu blenden oder an bestimmte Stellen zu locken. Ist in Deutschland verboten.
Kürzer werden
Ein angeschossenes Tier wird aufgrund der Verletzung bei der Flucht langsamer.
   
Luderplatz
Vom Jäger ausgelegtes Futter für Beutegreifer, um diese zum Töten anzulocken.
Lunte
Der Schwanz des Fuchses.
   
Mucken
Verreißen der Waffe beim Schuss.
   
Nachsuche
Verfolgen eines angeschossenen Tieres, auch mit Hunden. Jäger sind zur Nachsuche verpflichtet, kommen dieser Pflicht aber nur selten oder mit erheblicher Verzögerung nach. Insbesondere bei Tieren, die nur getötet und dann entsorgt werden. Zeitspannen von 24 Std. vom Anschießen bis zur Nachsuche sind völlig normal.
Notzeit
Winter. In dieser Zeit darf gefüttert werden. Auf diese Weise hebelt der Jäger die natürliche Regulation aus und behauptet dann im Sommer wieder, zu viele Rehe zu haben.
   
ÖJV
"Ökologischer Jagdverband"
Einige wenige Jäger haben erkannt, dass das alte Jägerlatein in der Öffentlichkeit immer weniger Akzeptanz findet und sich daher in einem angeblich ökologisch arbeitenden Jagdverein organisiert. In der Realität aber wird dem Kind hier nur ein anderer Name gegeben. Das Ziel ist und bleibt dasselbe: Töten. Den "reifen Winterfuchs" seines Fells wegen zu töten, ist auch für den ÖJV völlig ok.
   
Paketschuss
Töten mehrerer nebeneinander stehenden Tiere einer Gruppe mit einem Schuss.
Pirschzeichen
Blut, Innereien, Knochensplitter usw. die dem Tier beim Anschuss herausgeschlagen werden oder die es auf der Flucht verliert.
   
Rambo
Ein Jäger, der selbst unter Seinesgleichen als auffällig brutal gilt.
Raubwild
Beutegreifende Tiere. Vornehmlich solche, die der Jäger als Konkurrent sieht.
Raubzeug
Tiere die nicht dem Jagdrecht unterliegen und daher eigentlich nicht gejagt werden dürfen. Aus Gründen des Jagdschutzes dann aber doch wieder legal getötet werden.
Räuberloch
Falle für beutegreifende Tiere wie Füchse, Dachse oder Marder.
   
Sauengold
Köderfutter für Wildschweine.
Schliefenfuchs
Jäger halten sich Füchse in Schliefanlagen zur Hundeausbildung. Da in Deutschland durch das Tierschutzgesetz das Hetzen von einem Tier auf ein anderes verboten ist, haben die Jäger hier mal wieder aus unverständlichen Gründen eine Ausnahmeregelung.
Schnüren
Eine Gangart des Fuchses, bei dem er seine Pfoten schnurgerade hintereinander setzt.
Schusszeichen
Die Reaktion (optisch, akustisch) eines getroffenen Tieres.
Schüsseltreiben
Saufgelage der Jäger nach einer Gesellschaftsjagd.
Schweiß
Blut.
Schweißspur
Blutspur.
Silvester
Letzter Jagdtag auf eine Tierart im Jahr.
Sofort tot
Ein Tier, welches binnen 3 Minuten nach dem Schuss stirbt, gilt als "sofort tot".
Strecke
Die getöteten Tiere nach der Jagd.
Streckelegen Die getöteten Tiere werden nach der Jagd in einer bestimmten Reihenfolge nebeneinander (meist auf Tannenzweigen) ausgelegt und die Jägerschaft bewundert ihr Werk.
Stück
Tier.
   
Testament
Der Jäger beobachtet das Sterben des Tieres.
Totmacherkiste
Mit allem Komfort ausgestatteter, geschlossener Hochsitz.
Töten
Dieses Wort kennt die Jägersprache nicht.
Tottrinken
Saufgelage der Jäger nach einer Gesellschaftsjagd.
   
Verblasen
Die getötete Tiere werden nach Abschluss der Jagd mit Jagdhornsignalen "geehrt".
Vollernter
Selbstnachladende Schusswaffen, mit denen Schussserien auf Tiere abgegeben werden können. (Sind in Deutschland verboten.)
   
Waidgerecht Jäger suggerien mit diesem Begriff das "Fair Play" zwischen ihnen und den Tieren. Der Öffentlichkeit wird vorgeheuchelt, sich den Tieren gegenüber "gerecht" zu verhalten.
Waidloch
Der After des Tieres.
Waidwund Ein angeschossenes Tier.
Wildbret
Fleisch von Wildtieren.